Wenn du deinem Baby zum ersten mal eine Flasche mit Pre-Milch fütterst, möchtest du alles richtig machen. Und das ist wichtig. Denn gerade kleine Babys, die jünger als 2 Monate alt sind, sind besonders anfällig für Keime, die sich bei unsachgemäßer Zubereitung und Lagerung in der Pre-Milch ausbreiten können.
In dieser Anleitung für frisch gebackene Mütter, Väter, Großeltern und andere Babyvernarrte erkläre ich dir alles, was du wissen musst. Außerdem verrate ich dir, wie du super effizient arbeitest, damit dein Baby nie lange auf die Mahlzeit warten muss, und damit du auch nachts und unterwegs immer schnell ein Fläschchen zur Hand hast.
Was du brauchst
Um ein Fläschen zuzubereiten, brauchst du natürlich eine geeignete Flasche für dein Baby. Gerade bei Babys, die erst wenige Tage und Wochen alt sind, solltest du darauf achten, dass der Sauger nicht zu durchlässig ist. Zum Test kannst du Wasser in die Flasche füllen und sie umdrehen. Fließt ein stetiger Strahl heraus, ist die Öffnung zu groß. Es besteht die Möglichkeit, dass du dein Baby überfütterst. (In dem hier verlinkten Artikel bespreche ich ausführlicher, wieviel Nahrung ein Baby braucht.) Falls du zusätzlich stillst, kann es auch sein, dass dein Baby die Flasche vorzieht, weil es weniger saugen muss. Das wollen wir vermeiden!
Außerdem brauchst du Pre-Nahrung. In dem hier verlinkten Artikel erläutere ich, wie du die richtige Säuglingsnahrung für dein Baby findest.
Zum Zubereiten des Fläschchens können auch ein Trichter und ein Kunststofflöffel mit langem Stiel hilfreich sein, sie sind aber kein Muss.
Zur Reinigung brauchst du eine Flaschenbürste und ein mildes Spülmittel.
Übrigens ist es hilfreich, das Pre-Milchpulver in einen Behälter mit luftdicht schließendem Deckel zu verpacken. Daraus kannst du es einfacher entnehmen und hygienisch lagern.
Hygiene ist super wichtig
Das Immunsystem deines Babys ist noch nicht ausgereift. Ein Krankheitserreger namens Chronobacter kann im Pre-Milchpulver überdauern und sich in zubereiteter Pre-Milch aktivieren, vermehren und dein Baby krank machen. (Mehr zum Thema Chronobacter findest du in dem hier verlinkten Artikel.) Außerdem können im Leitungswasser und in deiner Küchenumgebung Keime auftreten, vor denen du dein kleines Baby noch schützen musst.
Deshalb ist es wichtig, jedes Zubehör, das mit Säuglingsnahrung in Pulverform oder in zubereiteter Form zusammentrifft, gründlich mit einem milden Spülmittel zu reinigen und anschließend zu sterilisieren. Alle Teile, die spülmaschinengeeignet sind, kannst du natürlich zum Reinigen auch in die Spülmaschine stellen. Für Babyflaschen eignet sich zum Sterilisieren ein Dampfsterilisator bzw. Vaporisator. Alternativ zum Dampfsterilisator kannst du auch alles mindestens 3 Minuten lang auskochen. Das gilt auch für Tupperdosen und Schraubgläser, in denen du Säuglingsnahrung aufbewahrst.
Übrigens, wenn meine Babys anfingen zu krabbeln und den Dreck vom Boden zu lecken, wurde ich bei der Zubereitung der Nahrung insgesamt deutlich entspannter… Gründlich sauber gemacht werden müssen die Flaschen natürlich dennoch. Bei Babys über 6 Monaten reicht es dann auch aus, die Flaschen einmal täglich zu sterilisieren, wenn man sie zwischen den Mahlzeiten gründlich spült.
Anleitung: Ein Fläschchen richtig zubereiten
- Beginne mit einer sauberen Arbeitsumgebung.
Sowohl die Arbeitsfläche, als auch deine Hände und die Flasche sind gereinigt. Flasche, Sauger und Schraubring müssen frei von Milchrückständen sein. Falls dein Baby noch sehr klein ist, solltest du alle Flaschenteile nach dem letzten Gebrauch sterilisiert haben. Falls du dir nicht sicher bist, kannst du sie noch einmal mit kochendem Wasser übergießen. - Entscheide, welche Portionsgröße zu zubereitest.
Einen Anhaltspunkt, wieviel Milch dein Baby benötigt, findest du auf der Verpackung. Auf den meisten Packungen ist die Trinkmenge nach Alter deines Babys vermerkt. Sinnvoller ist es jedoch, sich nach dem Gewicht zu richten. In diesem hier verlinkten Beitrag bespreche ich ausführlich, wie viel Nahrung dein Baby benötigt.
Dort ist neben der Portionsgröße auch die benötigte Wassermenge und die entsprechende Anzahl an Messlöffeln voll Pulver abgedruckt. Meistens wird pro 30ml Wasser ein Messlöffel an Pulver benötigt. Das liegt daran, dass 30ml einer Flüssigunze (1 fl. oz) entsprichen. Das wiederum ist eine gängige amerikanische Maßeinheit. Auf vielen Flaschen sind auch entsprechend kleine Linien abgedruckt, die jeweils die Mengen von 30ml, 60ml, 90ml usw. markieren, so dass du das Wasser leichter einfüllen kannst. Aber Achtung! Ich hatte auch schon Sorten (z.B. Pre HA Milchpulver), bei dem jeweils ein Messlöffel mit 35ml Wasser gemischt werden sollten. Falls du also die Milchpulversorte wechselst, schau unbedingt nochmal auf der Verpackung nach. - Bringe das Wasser auf die richtige Temperatur.
Verwende kein warmes Wasser aus dem Wasserhahn, denn das kann mit Keimen belastet sein. Der richtige Weg ist das Mischen von heißem (aufgekochtem) und kaltem Wasser.
Für Babys, die jünger als 2 Monate alt sind, solltest du auch das kalte Wasser zuvor abgekocht und erkalten lassen haben. Für ältere Babys kannst du neben dem heißen Wasser ganz einfach das kalte Wasser aus dem Wasserhahn nutzen, denn Deutschland ist das Leitungswasser i.d.R. ausreichend hygienisch. Weiter unten bespreche ich das Thema Leitungswasser in der Babynahrung aber noch ausführlicher.
Je nachdem, wie kalt dein „kaltes“ Wasser ist, braucht du etwa 2/3 kaltes und 1/3 heißes Wasser, um die richtige Temperatur zu erhalten. Zunächst ist das Wasser etwas wärmer als nötig. Es kühlt später ab, wenn du das Milchpulver hinzu gibst. - Gib das Milchpulver vorsichtig in die Flasche.
Ist der Flaschenhals schmal, kannst du dazu einen Trichter verwenden. Ich würde dir in dem Fall raten, den Trichter nur für diesen Zweck zu verwenden und jeweils zusammen mit der Flasche zu reinigen.
Du solltest beim Abmessen des Pulvers beachten, dass du immer gestrichene Messlöffel verwendest. Das Pulver sollte weder in den Löffel hineingedrückt, noch aufgehäuft werden. Babys trinken in den ersten Wochen vornehmlich nach Volumen, nicht nach Kalorienbedarf. Verwendest du zu viel Pulver, kannst du dein Baby überfüttern. Gerade in den esten Lebenswochen ist der Stoffwechsel des Babys sehr sensibel, und ein Zuviel an Nahrung kann zu Übergewicht in späteren Jahren führen. Ebenso willst du vermeiden, dass die Milch deines Babys zu wässrig ist, da dein Baby sonst nicht die dringend notwendigen Nährstoffe für sein Wachsen und Gedeihen bekommt. - Vermische sanft das Pulver mit dem Wasser.
Die Hersteller des Milchpulvers empfehlen häufig, die Flasche zu schütteln.
Manche Hebammen, Kinderärzte und Mütter haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass die in die Milch hinein geschüttelte Luft zu Blähungen führen kann. In dem Fall kannst du auch einen Kunststofflöffel mit langem Stiel verwenden, um die Milch umzurühren (am besten aus der Baby-Abteilung der Drogerie oder des Supermarkts, da die Babylöffel nachweislich frei von Weichmachern etc. sind). Ich persönlich schwenke die Milch vorsichtig hin und her.
Wichtig ist, dass wirklich das ganze Pulver gelöst ist. Sonst können sich kleine Krümel im Sauger festsetzen und dein Baby ist frustriert, weil nichts aus der Flasche kommt. Außerdem kann sich das Milchpulver am Flaschenrand absetzen, so dass die Milch zu dünn ist. - Kontrolliere die Temperatur.
Zunächst ist es wichtig, dass du die Flasche richtig verschließt. Ist der Sauger nicht richtig fest, kannst du versehentlich dein Baby mit Milch bekleckern. Wenn du die Flasche umdrehst, stellst du leicht fest, ob alles dicht hält.
Die Milch sollte etwa 37°C warm sein, entsprechend deiner Körpertemperatur. Ich empfehle aber nicht, mit einem Thermometer zu hantieren.
Einfacher ist es, einen Tropfen Milch auf die Innenseite deines Handgelenks geben. Spürst du ihn kaum, hat die Milch die richtige Temperatur. Ist die Milch zu warm, kannst du die Flasche in einem kalten Wasserbad oder unter fließendem kalten Wasser kurz abkühlen. Ist die Flasche zu kalt, nimmst du ein warmes Wasserbad.
Ideal ist, wenn du dir gemerkt hast, wie das Mischungsverhältnis von kaltem zu warmem Wasser war, so dass du beim nächsten mal die Wassertemperatur gleich passender anmischen kannst. Nutzt du zu warmes Wasser, zerstörst du wichtige Nährstoffe. Passiert das mal, ist es nicht so schlimm, dennoch ist es hilfreich, gleich mit der richtigen Wassertemperatur zu arbeiten. - Genieße mit deinem Baby zusammen die Mahlzeit.
Für dein Baby ist es am schönsten, ganz nah bei dir zu sein. Halte dein Baby im Arm, als würdest du es stillen. Ihr könnt euch in die Augen schauen. Ihr könnt auch nackig sein. Je ruhiger und entspannter die Umgebung ist, desto besser kann dein Baby seine Mahlzeit verdauen, und desto besser kannst du auch auf die Sättigungszeichen achten. Woran du erkennst, wann dein Baby satt ist, erkläre ich in dem hier verlinkten Artikel.
Ist dein Baby satt, bevor es den Großteil der Flasche leer getrunken hat, kannst du die Flasche für insgesamt eine Stunde (gemessen ab dem Zeitpunkt der Zubereitung) aufbewahren und ggf. verfüttern, bevor du den Rest wegschüttest. In dem hier verlinkten Artikel erkläre ich dir genau, in welcher Form Pre-Milch wie lange haltbar ist. - Reinige die Flaschenteile und alles Zubehör gründlich.
Reinige die Flasche mit einem milden Spülmittel und einer extra angeschafften Flaschenbürste, ebenso den Sauger, den Verschlussring, evtl. den Trichter und den Rührlöffel. Manche Flaschen kannst du auch in die Spülmaschine stellen. Ist alles sauber, musst du alles noch einmal sterilisieren. Ist dein Baby älter als 6 Monate, genügt es auch, die Teile nach jedem Gebrauch zu spülen, aber nur einmal täglich zu sterilisieren.
Am einfachsten ist es, einen Vaporisator bzw. Dampfsterilisator für Babyflaschen zu verwenden. Gbst du nicht oft die Flasche oder hast du dafür keinen Platz in der Küche, kannst du das Zubehör auch für mindestens 3 Minuten im Topf auskochen.
Fläschchen vorbereiten
Schön wäre es, die benötigte Pre-Milch einfach zuzubereiten und in einer Thermosflasche aufzubewahren, bis sie gebraucht wird. Aber leider geht das nicht, da sich in der zubereiteten Pre-Milch Keime ausbreiten können, die vor allem für Frühchen und Babys unter 2 Monaten lebensbedrohlich sein können. Ein zubereitetes Fläschen sollte daher maximal für 2 Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Hat das Baby schon davon getrunken, solltest du es sogar schon nach 1 Stunde ab dem Zeitpunkt der Zubereitung wegschütten. Alles, was du sonst noch zur Haltbarkeit von Pre-Milch wissen musst, erkläre ich in dem hier verlinkten Artikel.
1. Wasser auf die richtige Temperatur bringen
Allerdings kannst du durchaus das benötigte Wasser für den Tag vorbereiten. Dafür brauchst du abgekochtes, erkaltetes Wasser, das du in einer Thermosflasche aufbewahrst, bist du es verwenden möchtest. In eine zweitn Thermosflasche füllst du heißes Wasser. Die beiden Thermosflaschen mit kaltem, bzw. heißem Wasser kannst du dann den Tag über nutzen, um das Fläschchen zu befüllen.
2. Milchpulver abmessen
Du kannst auch das Milchpulver für den gesamten Tag vorbereiten. Zu diesem Zweck misst du die Menge an Milchpulver, die du für eine Flasche brauchst, ab, und füllst sie in ein kleines Gefäß mit luftdichtem Deckel. Ich persönlich nutze dafür kleine Schraubgläser von Gewürzen oder Kapern (die allerdings geruchsfrei sein müssen).
3. Eine Flasche für nachts mit den vorbereiteten Utensilien zubereiten.
Wenn dein Baby nachts wach wird, möchtest du nicht in die Küche stiefeln, um eine Flasche zuzubereiten! Nimm dir lieber alle Utensilien mit ans Bett und bewahre sie auf deinem Nachttisch auf. Dazu brauchst du ein Nachtlicht, das gerade hell genug ist, um etwas zu erkennen, aber nicht so hell, um dich und dein Baby zu gründlich aufzuwecken. Nachts kannst du dann das nötige Wasser vermischen und das Pulver aus dem Schraubglas zugeben.
Ich habe auch immer eine große Schüssel neben dem Bett stehen, in die ich alle gebrauchten Utensilien hineinlege, um sie am nächsten morgen zu säubern. Hier gieße ich auch überschüssiges Wasser hinein (wenn ich die Flasche zu weit gefüllt habe).
4. Unterwegs eine Flasche mit temperiertem Wasser zubereiten.
Wir sind es als Mütter ja gewohnt, sehr viele Dinge mit uns herumzuschleppen. Wenn ich allerdings nur wenige Stunden unterwegs bin und nur eine Mahlzeit füttern muss, dann spare ich mir meist die zweite Thermosflasche. Stattdessen nehme ich nur eine Thermosflasche mit, die komplett mit richtig temperiertem Wasser gefüllt ist (also etwas wärmer als die 37°C, die die Milch am Ende haben muss). In der kurzen Zeit hält die Temperatur in der Thermosflasche locker. Dazu nehme ich ein Schraubglas mit abgemessener Pre-Milchpulver mit (oder besser zwei, denn manchmal passiert einer müden Mama irgendein Missgeschick).
Den Aufwand minimieren
Ich mache es mir leicht, wo es nur geht. Denn ich möchte Zeit haben für mein Babys, für meine anderen Kinder, für meinen Mann – und für mich.
Deshalb habe ich eine Routine entwickelt, die den Aufwand rund um das Füttern minimiert.
Zum einen bereite ich mir, wie oben beschrieben, das Wasser und das Säuglingsnahrungspulver für den Tag vor, damit die Zubereitung jeder Mahlzeit möglichst schnell geht.
Dann spüle ich nach jeder Mahlzeit das Zubehör aus und gebe es in meinen Dampfsterilisator für Babyflaschen. In meinem Dampfsterilisator gibt es 5 Plätze für Flaschen, deshalb habe ich 6 Flaschen zuhause. Ist das Gerät voll, schalte ich es ein. Eine Flasche habe ich noch in Reserve (falls ich es mal vergesse, denn das passiert den besten Müttern) oder Baby ganz plötzlich wieder hungrig ist. Abends schalte ich es auch manchmal schon ein, bevor es komplett voll ist, um genug saubere Flaschen für die Nacht parat zu haben.
Hast du noch Tipps für uns Mütter? Hinterlasse gerne einen Kommentar!
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